Sozialhilfe scheint das Sommerloch-Thema 2018 zu sein. Ausgelöst durch eine vom Landrat gutgeheissene Motion, die eine Senkung der Leistungen für den Grundbedarf fordert, wird viel geredet und geschrieben. Der am häufigsten gebrauchte Begriff in dieser Debatte: Anreize.

Mit der Schaffung der richtigen Anreize würden Menschen aus der Abhängigkeit der Sozialhilfe geführt, heisst es. Und unter Anreizen wird Geld verstanden. Mich erschreckt das Menschenbild, das hinter dieser Argumentation steckt.

(Nebenbei: Der Nobelpreisträger Iwan Petrowitsch Pawlow hat für seine Experimente Futter verwendet, seine Probanden waren allerdings Hunde, nicht Menschen.)

Herr Riebli und seine Mit-Landräte und –rätinnen würden sich vermutlich zu Recht gegen die Unterstellung verwahren, sie würden ihr ganzes Handeln nach der Höhe ausbezahlter Geldbeträge (Löhne, Boni, Dividenden u.a.) ausrichten. Bei EmpfängerInnen von Sozialhilfe gehen sie aber davon aus, dass diese so funktionieren.

Noch etwas: Unter dem Vorwand des Sparen-Müssens wird die Sozialhilfe je länger desto mehr zur reinen, möglichst effizienten Verwaltung von Geldleistungen. Die Ressourcen für Beratung und Unterstützung (nicht finanzielle) werden zurückgefahren, bis als „Hilfe“ für Sozialhilfe Beziehende nur noch das Gewähren oder Verweigern von Geld übrig bleibt. Ich finde das schrecklich.
 

Hans Rebmann,
SP Geltkerinden

19. Jul 2018