Die Initianten, welche einen Notfall-Dreispurbetrieb auf der Rheinstrasse fordern, treten mit immer neuen abenteuerlichen Behauptungen an die Öffentlichkeit. Zuerst wird behauptet, dass der Kanton die Rheinstrasse zu einer Quartierstrasse zurückbauen will und so Arbeitsplätze vernichtet werden sollen. Neu wird nun behauptet, dass die Mehrkosten der Umsetzung ihrer Forderungen nur rund 5 Millionen betragen sollen. Beides ist völlig falsch.

Die Rheinstrasse muss wegen Schäden und den darin enthaltenen Werkleitungen dringend saniert werden. Dabei soll eine Kantonsstrasse realisiert werden, wie sie an der St. Jakobsstrasse in Muttenz in einer vergleichbaren Wohn- und Geschäftszone bestens funktioniert. Die Gewerbebetriebe werden dort überhaupt nicht behindert, im Gegenteil wird die Zugänglichkeit dank der Mittelspur für Linksabbieger deutlich verbessert.

Für eine halbwegs sichere Realisierung der Initiativ-Forderung, wäre ein immenser technischer Aufwand nötig. Deutlich einfachere Beispiele im Ausland (Rust, St. Nazaire) zeigen dies deutlich. Es wären grossen Mengen an Wechselsignalen, versenkbare Fussgängerinseln, zusätzliche Lichtsignalanlagen, Videoüberwachungen, neue Anschlüsse an die H2 und eine teure Verkehrsleitsoftware nötig. Die vom Kanton geschätzten Mehrkosten von 20 Millionen Franken erachte ich eher knapp bemessen. Der Betrieb und Unterhalt dieser umfangreichen Installationen würde jedes Jahr weitere 500'000 Franken verschlingen. Gerade auch angesichts des höchst unsicheren und sehr seltenen Nutzens können wir uns dies nicht leisten, darum am 27. November zweimal Nein zum Ausbau der Rheinstrasse.

04. Nov 2016