Es grenzt an ein Wunder: Endlich geht etwas in Sachen Gleichstellung in Baselland. Seit Jahren schlägt die SP-Fraktion Massnahmen für die Gleichstellung von Mann und Frau vor. Unzählige Vorstösse zum Thema wurden mit konkreten Forderungen zur Verbesserung der Situation im Kanton eingereicht. Lohnüberprüfung nach Geschlecht, Schaffung einer Ombudsstelle Gleichstellung, egal welches Anliegen, die rechte Mehrheit lehnte kategorisch jede Idee ab.

Die SP-Fraktion begrüsst, dass die Baselbieter Regierung sich endlich dazu durchringen konnte, zumindest die Absicht zur Unterzeichnung der Lohngleichheits-Charta zu äussern.

Auch 50 Jahre nach der Einführung des Frauenstimmrechtes in Baselland ist die tatsächliche Gleichstellung nicht umgesetzt. Noch immer bestehen sogenannte „unerklärliche“ Lohnunterschiede zwischen angestellten Männern und Frauen – sowohl in der Privatwirtschaft als auch in der öffentlichen Verwaltung.

Vor rund 2,5 Jahren wurde deshalb vom Bund die Lohngleichheits-Charta lanciert. Bisher suchte man bei den unterzeichnenden Kantonen und Gemeinden vergeblich nach dem Baselbiet. Die SP ist froh, dass nun zumindest Aussicht darauf besteht, dass das geändert wird.

Einen schalen Beigeschmack behält die Absichtserklärung der Baselbieter Regierung dennoch: Jahrelang wurde überhaupt keine Bereitschaft für Bemühungen zur Verbesserung der Gleichstellung von Mann und Frau signalisiert. Erst jetzt – urplötzlich und zufällig kurz vor den kantonalen Wahlen – wird ein erster symbolischer Entscheid in die richtige Richtung gefällt. Die SP erwartet nun weitere Taten und Bekenntnisse zur Umsetzung des Gleichstellungsauftrags – und zwar auch dann, wenn keine Wahlen vor der Türe stehen.

28. Feb 2019