Mit einigem Erstaunen habe ich die beiden Leserbriefe zur Befürwortung der Kompetenzverschiebung vom Bildungsrat zum Landrat bzw. der BKSK gelesen. Die Rede ist u.a. davon, dass der Bildungsrat als Milizgremium nicht kompetent genug für Entscheide über den Lehrplan sei. Ja gut, Frau Isler scheint demnach entgangen zu sein, dass nebst dem Bildungsrat auch der Landrat ein durch parteipolitische Ausrichtungen geprägtes Milizparlament ist. Wo genau sie nun den Unterschied ausmacht, dass das Parlament mit 90 Landrätinnen und Landräten mit parteipolitischem Hintergrund unabhängiger und besser über Bildungsinhalte entscheiden kann, als der ausgewogene Bildungsrat, ist mir schleierhaft. Auch der Landrat beziehungsweise die Bildungskommission trifft sich nur ein- bis zweimal im Monat. Und Entscheide in den Kommissionen und im Landrat sind fast durchwegs nicht durch Fachmeinungen und pädagogische Argumente, sondern durch politische Mehrheiten geprägt. Wo genau also nun der Mehrwert einer bildungspolitischen Diskussion im Landrat, gegenüber der im ausgewogenen und vom Landrat gewählten Bildungsrat zu sein scheint, erschliesst sich mir nicht. Ich möchte einen Kanton mit Zukunft und keine Bildungsinsel. Ich bin klar der Meinung, dass Bildungsinhalte in ein breit abgestütztes Fachgremium gehören und auf keinen Fall zum Spielball politischer Einzelinteressen werden dürfen! Deshalb am 5. Juni 2x Nein zur Vorlage Lehrplan21 und zur Vorlage Sammelfächer. Zum Wohle unserer Kinder.

20. Mai 2016