Der Kanton Baselland betreibt seit dem Amtsantritt von Monica Gschwind eine reaktionäre Bildungspolitik, die von Marschhalt, Stillstand und Abbau geprägt ist. Die SP-Landratsfraktion trägt diese fortschrittsfeindliche Politik nicht mit und hat deshalb im September ein Paket geschnürt, das auf verschiedenen Ebenen Ansätze für eine zukunftsweisende Bildungspolitik aufzeigt.

Einerseits sollen für alle dieselben Rahmenbedingungen gelten. Darauf zielen die Vorstösse für einheitliche Stellvertretungslösungen, für die Organisation der Logopädie oder zur Digitalisierung und der dazugehörigen Infrastruktur ab. Auch auf diese inhaltliche Ebene gehören die Forderungen nach einer Empfehlung oder Vorgabe für die Anzahl Bewertungen auf der Sekundarstufe I und nach einer Überprüfung der Einführung der Basisschrift auf der Primarstufe.

Wir streben ausserdem eine Stärkung der Berufsbildung an. Jede Schulabgängerin und jeder Schulabgänger soll entsprechend ihrer bzw. seiner Leistungsstärke ein Anschlussangebot finden. Dazu ist auch eine sorgfältige Beratung und Begleitung vonnöten.

Ein zweiter grosser Bereich betrifft die Aus- und Weiterbildung sowie die Arbeitsbedingungen der Lehrpersonen. Mit einer dynamischen Unterrichtsverpflichtung und einem modernen Berufsauftrag soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass Lehrpersonen nicht in allen Phasen einer Lehrerkarriere gleich belastbar sind. Die Forderung nach einer umfassenden, praxisorientierten Ausbildung für Primarlehrpersonen soll eine Diskussion über die künftige Positionierung der Ausbildung an der FHNW anstossen. Gleichzeitig werden auch die Weiterbildungen für Lehrpersonen (FEBL-Kurse) bedarfsgerecht ausgestaltet. 

Die Finanzierung der Universität Basel muss künftig nach der finanziellen Leistungsfähigkeit der Kantone ausgestaltet werden. Als Berechnungsgrundlage dafür bietet sich das Ressourcenpotential der Kantone an. Das Ressourcenpotential wird auch als Grundlage für den nationalen Finanzausgleich verwendet und bemisst sich aus den massgebenden Einkommen, Vermögen und Gewinnen der Kantone. Es ist somit eine neutrale, faire, transparente und bereits verwendete Grösse, wenn es um die Berechnung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Kantons geht.

Es liegt nun an der rechts-bürgerlichen Mehrheit im Parlament, diese Vorstösse zu unterstützen und zu überweisen. Die SP-Fraktion steht für eine Bildungspolitik mit Zukunft ein und hat mögliche Wege der Gestaltung aufgezeigt. 

27. Okt 2017