73 Traktanden standen für die Landratssitzungen vom 19. und 26. April 2018 auf dem Programm. Von den angesetzten Geschäften konnte das Parlament schon bei erster Gelegenheit einen Grossteil abarbeiten. In Erinnerung bleiben mir dabei vor allem die beiden folgenden Geschäfte:

Zunächst überwies der Landrat – was mich sehr gefreut hat – einen Vorstoss aus SP-Reihen, der für die Buslinie 70 (Reigoldswil/Liestal) bessere Anschlüsse auf die Schnellzüge in Richtung Zürich/Luzern gefordert hatte. Höchste Zeit, dass sich die Situation für die Pendlerinnen und Pendler aus dem Fünflibertal verbessert, wobei ich mir gewünscht hätte, die Regierung hätte schneller reagiert resp. die Massnahmen würden schon vor Dezember 2018 greifen. Nachdem unsere Petition „Euse 70er“ in kürzester Zeit über 2000 Mal unterschrieben wurde, gehe ich aber fest davon aus, dass im Parlament alle politischen Lager den Ernst der Lage erkannt haben und im kommenden Herbst die benötigten Gelder sprechen werden.

In zweiter Lesung wurde ausserdem über die Totalrevision des kantonalen Bürgerrechtsgesetzes befunden. Über diese Vorlage wurde in der vorberatenden Justiz- und Sicherheitskommission seit November 2017 während sechs Sitzungen intensiv diskutiert, bevor schliesslich ein Kompromiss gefunden werden konnte, mit dem alle Fraktionen (mehr oder weniger) gut leben konnten. Folge dieser Vorarbeit war, dass der Landrat die Revision am vergangenen Donnerstag einstimmig verabschiedete. Ein schönes Beispiel dafür, dass es sich in der Politik durchaus lohnen kann, auch bei kontroversen Geschäften aufeinander zuzugehen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Für mich stand die letzte Landratssitzung aber nicht nur im Zeichen der Sachgeschäfte, sondern auch im Zeichen des persönlichen Abschieds. So hat Thomas Bühler aus Lausen, seit 2007 für die SP im Landrat, verlauten lassen, dass er per Ende Juni 2018 zurücktreten werde. Mit Thomas Bühler verliert der Landrat nicht nur einen ausgewiesenen Politiker, der sich während 33 Jahren mit viel Herzblut für das Gemeinwesen eingesetzt hat, sondern vor allem auch einen ganz feinen Menschen. Bei Thomas stand jeweils die Sache, nie hingegen seine eigene Person im Vordergrund. Sein Wort hatte innerhalb der SP und im Landrat grosses Gewicht. Thomas war (und ist) ein blendender Rhetoriker, der allerdings viel zu bescheiden war, um mit dieser Fertigkeit hausieren zu gehen. Mit seinen Vorstössen erzielte er im Parlament regelmässig Mehrheiten, wohl nicht nur aufgrund seiner Dossiersicherheit, sondern auch aufgrund seines grossen Empathievermögens. Zu Recht erkor ihn die BZ vor ein paar Jahren zu einem der erfolgreichsten SP-Landräte.

Thomas, herzlichen Dank für dein langjähriges Engagement – du wirst uns im Landrat fehlen! Gleichzeitig freuen wir uns sehr, dass im Sommer mit Thomas Noack, langjähriger Gemeinderat in Bubendorf, ein kompetenter, würdiger Nachfolger für dich nachrücken wird.

26. Apr 2018