Gschwind weist im Interview mit der bz auf ihre Rolle als Vermittlerin und den von ihr regierten Marschhalt hin. Als Vermittlerin hat sie kurzum die mit Baselstadt vereinbarten Stundentafeln einseitig aufgekündigt.

Das Ziel des Marschhalts, alle beteiligten Gruppen zu berücksichtigen, ist so gut gemeint wie unnötig, weil bereits alle eine Mitsprachemöglichkeit hatten, sei es bei der Entstehung des Lehrplans oder über dessen Umsetzung im Bildungrat. Zur Erinnerung: Alle grossen Parteien sind im Bildungsrat neben Vertretern der Wirtschaft und Schule vertreten.

An den Sekundarschulen herrscht grosse Unsicherheit. Diese ist aber weder auf den Lehrplan 21 noch auf die Sammelfächer zurückzuführen. Es ist ganz einfach so, dass durch die Schulharmonisierung und durch Sparprogramme ein Stellenabbau stattfindet.

Ich würde also nicht von fehlendem Vertrauen und zwei Lagern sprechen, sondern von Verunsicherung. Und von fehlender Wertschätzung im Parlament. Paul Hofer forderte bei der Diskussion um die Pflichtstundenzahl am letzten Donnerstag im Landrat eine Erhöhung nicht um eine, nein, sogar um zwei, drei Lektionen! Egal wie viel, sie arbeiten ja ohnehin zu wenig, die Lehrpersonen. Und von der SVP kam der Hinweis, dass bei Lehrern die Arbeitsstunden nur 50 Minuten dauern.

Dass bei diesen Voten bei der Lehrerschaft ein Misstrauen in die Politik entsteht, ist nicht erstaunlich. Von Monika Gschwind erwarte ich, dass sie sich schützend vor ihre Angestellten stellt und für sie Stellung bezieht. 

31. Mai 2016