Die Baselbieter Stimmbevölkerung hat deutlich entschieden: Die S9 darf nicht stillgelegt werden. Nur vier Gemeinden haben für die Stilllegung votiert. In allen Dörfern, welche direkt an der Bahnlinie liegen, lag der Nein-Anteil über 95%.

Die zuständige FDP-Baudirektorin kann offenbar keine Abstimmungen mehr gewinnen kann. Einzig mit dem Gegenvorschlag zum Rückbau der Rheinstrasse hatt sie in dieser Legislatur Erfolg. Mit allen anderen Bau- und Verkehrsabstimmungen überzeugte die Luxusstrassen-Regierungsrätin die Baselbieterinnen und Baselbieter nicht - erwähnt sei hier auch nochmal das versenkte ELBA-Strassenprojekt.

Doch nach der erfreulichen Läufelfingerli-Abstimmung dürfen wir uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen und machen Nägel mit Köpfen. Die SP-Fraktion hat im Nachgang zur Abstimmung ein Paket mit sieben Vorstössen eingereicht, welche die Bahnlinie S9 betreffen: Für uns ist klar, dass wir das Läufelfingerli jetzt entscheidend stärken müssen. Dazu gehören sowohl das Rückgängig-Machen von Massnahmen, mit denen die Baudirektorin der S9 geschadet hat, wie auch neue Vorschläge.

So verlangt SP-Landrätin Kathrin Schweizer ein verbessertes touristisches Angebot für das Homburgertal. Landrat Martin Rüegg will einen Halbstundentakt der S9 in den Hauptverkehrszeiten (morgens und abends) und gleichzeitig die S9 in das S-Bahn-Netz einbinden. So könnte das Läuferfingerli beispielsweise bis nach Basel und auch ins Mittelland durchgebunden werden. Gerade diese Massnahme wäre sehr wichtig, da damit das Einzugsgebiet des Homburgertals erweitert würde.

SP-Landrätin Sandra Strüby regt in ihrem Postulat an, die Abfahrtszeiten der S9 um eine halbe Stunde zu verschieben. Zudem fordert sie in einer Motion die Ausdehnung des U-Abos auf der S9-Strecke bis nach Olten. Dies würde die Auslastung entscheidend verbessern.

SP-Landrat Jan Kirchmayr verlangt, dass der Regierungsrat den Bau eines Bahnhofs in Thürnen prüft und einen Wendeplatz in Rümlingen installiert, um von dort die Bevölkerung auf die S9 nach Sissach zu bringen.

Doch nicht nur das Homburgertal steht in unserem Fokus. Die Aufmerksamkeit der SP-Verkehrspolitik gilt dem ganzen Kanton. Seit dem Fahrplanwechsel werden alle Gemeinden am Wochenende wieder mit dem Öffentlichen Verkehr erschlossen. Dies war im vergangenen Jahr wegen einer Abbaumassnahme der Rechten nicht mehr so. Dank SP-Anträgen konnte dies wieder geändert werden. Die Engpässe im Öffentlichen Verkehr im ganzen Kanton müssen dringend verbessert werden. So ist der 15-Minuten-Takt der S-Bahn auf den Strecken Basel-Aesch und Basel-Liestal dringend nötig. Der FABI/STEP-Ausbauschritt des Bundes verspricht da viel.

Wir werden den ÖV weiterhin vor allen Angriffen verteidigen und im ganzen Kanton für seinen Ausbau kämpfen.

19. Dez 2017