Die CVP Initiative möchte, dass die steuerliche Benachteiligung von Ehepaaren abgeschafft wird. So weit so gut. Schon heute ist allerdings nur noch ein Bruchteil der Bevölkerung, rund 80'000 Doppelverdiener, von der Heiratsstrafe betroffen. Wirklich störend ist aber, dass sich hinter dem klangvollen Initiativtitel ein ungerechter und scheinheiliger Angriff auf dien modernes Familienverständnis verbirgt. Die von der CVP gewünschte Eintragung der Ehe in die Bundesverfassung als "gesetzlich geregelte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau" würde mehrere hunderttausend gleichgeschlechtliche Paare diskriminieren. so etwas gehört nicht in die Verfassung. Dieses Anliegen zeugt von einer problematischen und stockkonservativen Haltung. Hinter dem Argument, die Heiratsstrafe abschaffen zu wollen, soll die Ehe als ausschliessliche Gemeinschaft zwischen Mann und Frau festgeschrieben werden. In der heutigen Zeit darf es aber keinen Platz mehr für derartige Angriffe auf die Gleichberechtigung geben. Wir brauchen eine offene und tolerante Gesellschaft, in der die Öffnung der Ehe für Alle ihren Platz haben sollte. Mit Annahme der Initiative würden diese Bestrebungen jedoch um Jahre zurückgeworfen. Ein modernes Familienverständnis akzeptiert die Eheschliessung auch in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Alles andere wäre diskriminierend und rückwärtsgewandt. Deshalb ein ganz klares Nein zur CVP Initiative.

08. Feb 2016