Die Mitte-links-Fraktionen haben im Einwohnerrat Reinach/BL die Einführung einer Hausaufgabenhilfe in der Schule sowie eine frühe Sprachförderung bereits vor dem Kindergarten verlangt. Aus meiner Sicht eine zeitgemässe Forderung.

Sehr häufig unterstützen die Eltern ihre Kinder bei den Hausaufgaben. Neu ist auch der Trend vieler Eltern, ihren Kindern Nachhilfestunden zu finanzieren. Bei den Themen „Hausaufgaben und Sprachförderung“ wird m.E. der Zusammensetzung der heutigen Schülerschaft zu wenig Beachtung geschenkt. Gemäss Angaben des Statistischen Amtes Baselland sind die an unseren öffentlichen Schulen unterrichteten Kinder zu 77 % schweizerischer und zu 23 % ausländischer Herkunft (Stand 2013). Die Fremdsprachenquote beträgt im Kindergarten und in der Primarschule je 32 %. Es ist erwiesen, dass fremdsprachige Eltern, die vielfach weder unsere Sprache geläufig sprechen noch unser Schulsystem gut kennen, ihre Kinder bei den Hausaufgaben wenig unterstützen können. Auch Nachhilfestunden können sie sich meistens nicht leisten. Um die Bildungs- und Berufschancen von Kindern mit Migrationshintergrund (aber auch jene aus sozial benachteiligten Schweizer Familien) zu verbessern, drängen sich folgende Massnahmen auf: intensivere Sprachförderung (Deutsch) in sämtlichen Schulstufen: Ausbau der Aufgabenhilfe sowie Einführung von Tagesschulen. Um diese Forderungen zu erfüllen, müssen unsere kommunalen und kantonalen Schulsysteme angepasst werden.
 
Bruno Krähenbühl, Münchenstein

04. Nov 2016