Ja zur Solarinitiative am 8. März.

Wer über die Energiezukunft spricht, sollte bei Lösungen ansetzen, die bewährt, sicher und rasch umsetzbar sind. Die Nutzung von Solarenergie auf gebauten Dächern ist marktreif und heute verfügbar – ohne Diskussionen zum Landschaftsschutz und ohne Risiken wie bei der Atomkraft. Die Solar-Initiative setzt genau dort an, wo das grösste ungenutzte Potenzial liegt: auf bereits gebauten Flächen – auf Dächern, Fassaden und grossen Parkplatzanlagen.

Wer wie bisher nur auf Vorschriften zu Neubauten setzt, verpasst den Löwenanteil: Sie machen jährlich nur einen kleinen Teil unseres Gebäudeparks aus. Der grosse Hebel liegt im Bestand – und genau hier ist die Initiative pragmatisch: Bei privaten Wohnbauten greift die Pflicht erst bei grösseren Umbauten oder Dachsanierungen, und nur wenn die Dachfläche geeignet und genügend gross ist. Für öffentliche Bauten sowie Gewerbe- und Industriebauten gibt es einen klaren Rahmen mit schrittweiser Umsetzung bis 2035.

Warum ist das wichtig?

Erstens für die Versorgungssicherheit. Jede Kilowattstunde vom eigenen Dach senkt Importabhängigkeit und dämpft Preissprünge. Im Sommer liefert die Sonne viel Strom – genau dann, wenn Kühlung, Gewerbe und Mobilität die Energie benötigen. Im Winter ist die Produktion geringer, doch jede lokale Kilowattstunde zählt und entlastet das Netz. Mit Effizienz, Speichern, weiteren Winterquellen und klugem Netzbetrieb wird Solar zur Ganzjahreslösung.

Zwei Einwände hört man oft: Netzausbaukosten und «Strom zur falschen Zeit». Richtig ist: Das Netz muss so oder so modernisiert werden – wegen zunehmendem Verbrauch durch Wärmepumpen und E-Mobilität. Dezentrale Solarproduktion kann Netze sogar entlasten, wenn Strom dort entsteht, wo er verbraucht wird. Entscheidend sind smarte Lösungen: Eigenverbrauch, Lastmanagement, Speicher und gezielte Verstärkungen statt pauschalem Überdimensionieren.

Zweitens stärkt der Ausbau die regionale Wirtschaft. PV-Anlagen werden von lokalen Betrieben geplant, montiert und gewartet – Aufträge fürs Handwerk und Wertschöpfung im Baselbiet. Hier schafft die Initiative Planbarkeit: Klare Vorgaben geben Unternehmen, Immobilienwirtschaft und Netzbetreibern Investitionssicherheit. Wer weiss, dass bei Dachsanierungen Solaranlagen mitgedacht werden, kann Prozesse standardisieren, Kapazitäten aufbauen und Innovation gezielt vorantreiben – besonders bei Speichern und Batterien, die den Eigenverbrauch erhöhen und die Netze entlasten.

Drittens profitieren auch Mieterinnen und Mieter: Produziert ein Mehrfamilienhaus Solarstrom, kann er im Haus genutzt und fair weitergegeben werden, etwa über Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch. So wird die Energiewende zur Chance für ganze Siedlungen und Quartiere.

Manche befürchten Zwang oder hohe Kosten. Doch die Initiative setzt auf Sanierungszyklen und Augenmass: Wo Denkmalschutz oder technische Gründe entgegenstehen, sind Ausnahmen möglich; für Härtefälle gibt es Spielraum. Und schliesslich: Parkplatz-Überdachungen spenden Schatten, reduzieren Hitzeinseln – und liefern Strom auf bereits versiegelten Flächen.

Die Solar-Initiative ist der nächste logische und pragmatische Schritt in der Energiewende: Sie nutzt das vorhandene Potenzial, schützt die Landschaft und bringt das notwendige Tempo in die Umsetzung.

Darum: Ja zur Solarinitiative am 8. März.

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