Ein Gruppierung von Personen im Umfeld des Komitees für eine angeblich „Starke Schule Baselland“ hat heute die Unterstützung von Monica Gschwind als Regierungsratskandidatin bekannt gegeben. Das ist unter mehreren Titeln ein merkwürdiger Vorschlag.

Zum einen, weil besagte Kandidatin in anderen Zusammenhängen bekannt sein mag, aber sicher nicht als versierte Bildungspolitikerin. Zum andern staunt man nicht schlecht, dass die „Starke Schule Baselland“ nun eine Politikerin in die Bildungsdirektion hieven will, die noch beim sogenannten Entlastungsrahmengsetz von 2012 sämtliche Sparpakete im Bildungsbereich vorbehaltlos unterstützt hat. Es gehörte zu den Verdiensten des Komitees „Starke Schule Baselland“, dass es seinerzeit mit Initiativen mithalf, diese Kürzungen zu verhindern. Dass es sich nun von diesen Grundsätzen verabschiedet, ist bedauerlich.

Das Komitee Starke Schule Baselland verdrängt heute nicht nur diese Tatsachen, sondern argumentiert auch mit falschen Behauptungen und schreckt vor Angstmacherei nicht zurück. So trifft es keineswegs zu, dass die HarmoS-Reformen im Kanton Baselland zu einer schleichenden Abschaffung der drei Sekundarschulniveaus A, E und P führen. Das Gegenteil ist wahr: Der Bildungsrat arbeitet daran, den Lehrplan 21 im Kanton so umzusetzen, dass die drei Niveaus beibehalten werden können. Auch wird keine "Einheitsschule" angestrebt oder sollen Lehrpersonen "nur noch als Lerncoaches fungieren". Vielmehr bieten diese pädagogischen Modelle zusätzliche Möglichkeiten, die neben anderen ergänzend zur Verfügung stehen. Von "Gleichschaltung", "Nivellierung nach unten" oder "Integration um fast jeden Preis" kann ebenfalls nicht die Rede sein, sondern der gesunde Menschenverstand wird weiterhin angewandt.

Die Bildungspolitik des Kantons Baselland und jene der SP Baselland orientieren sich an den Vorgaben der Schweizerischen Bundesverfassung zur Bildungsharmonisierung, die in den letzten Jahren in Abstimmungen vielfach bestätigt worden sind. Insbesondere stehen wir für den Bildungsraum Nordwestschweiz. Ein Alleingang unseres Kantons – so wie ihn heute das Komitee Starke Bildung Baselland“ und in ihrem Schlepptau Monica Gschwind mit dem Ausstieg aus HarmoS und dem Lehrplan 21 anstreben – ist weder bildungspolitisch sinnvoll noch wirtschaftlich und gesellschaftlich wünschbar. Regula Nebiker und Daniel Münger werden sich als sozialdemokratische Mitglieder der Regierung dafür einsetzen, dass die bildungspolitischen Errungenschaften der letzten Jahre nicht preisgegeben werden. 

29. Dez 2014