Der Kanton scheut sich vor der Meinung seiner Angestellten

Seit 2014 ist in der Verwaltung des Kantons Baselland eine Befragung der Mitarbeitenden hängig. Dies geht aus einem Bericht der GPK des Landrats hervor. Aus Kostengründen, und weil man das Ergebnis scheute, wurde die Befragung aber Jahr für Jahr aufgeschoben. Offenbar besteht beim Kanton als Arbeitgeber kein Interesse daran, sich der Befindlichkeit der Angestellten zu stellen.

Im Zusammenhang mit der letzten Personalbefragung von 2008/2010 konstatierte der Bericht der Personalkommission das auf der Grundlage der Umfrage Verbesserungsprozesse in die Wege geleitet werden konnten und hielt fest, „dass solche Mitarbeitendenumfragen in einem bestimmten Turnus wiederholt werden müssen (Vorlage 2012/163). Leider wollte der Regierungsrat seither davon nichts mehr wissen.  Vorgeschoben werden die angeblich zu hohen Kosten einer solchen Erhebung (CHF 400’000). Dahinter steckt aber insbesondere auch, wie der neue GPK-Bericht festhält, die Befürchtung, dass „tendenziell negative Ergebnisse“ zu erwarten seien. SP-Landrat Jan Kirchmayr meint dazu: «Diese Weigerung hinzuschauen und zuzuhören, ist erschreckend, beschämend und skandalös!» Es kann nicht mit «Verzerrung von Langzeitbetrachtungen» argumentiert werden, wenn einschneidende Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen schlicht ausgeblendet werden sollen.  «Die betroffenen Kantonsangestellten und ihre Familien können die 1% Lohnkürzung auch nicht einfach ausblenden!» konstatiert vpod-Präsidentin Samira Marti.

Der VPOD und die SP Baselland verlangen, dass die Befragung der Mitarbeitenden künftig regelmässig mindestens alle zwei Jahre stattfinden. Die SP Landratsfraktion wird einen entsprechenden Antrag zum Aufgaben- und Finanzplan im Dezember einbringen.

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