Die Abbaumassnahmen gehen munter weiter: An der Universität soll der Lehrstuhl für Mittelhochdeutsch abgesägt und nur noch durch eine befristete Assistenzprofessur ersetzt werden. Die Frage drängt sich auf: Soll das der künftige Kurs der Unipolitik sein? Können mit solchen ebenso planlosen wie strategiefernen Massnahmen die Ziele des Leistungsauftrags erfüllt werden? Anlass genug, diese Fragen in der Fragestunde des Landrats zu stellen.

Eben haben die Parlamente der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft den Leistungsauftrag für die Universität Basel verabschiedet. Nicht zuletzt, um damit Planungssicherheit zu gewährleisten und um die Qualität und die Ausstrahlung der Universität Basel hoch halten zu können. Die jüngst bekannt gewordene Absicht den renommierten Lehrstuhl für Mittelhochdeutsch nicht wieder zu besetzen, passt nicht zu diesen Zielsetzungen. Sie entspringt dem traurigen Zufall, das dieser Lehrstuhl aufgrund eines Todesfalls momentan nicht besetzt ist und hat keinerlei Bezug zu einer übergeordneten Strategie. Im Gegenteil. Mit dem Bruch einer weitherum bekannten Tradition der Lehre und Forschung in diesem Bereich wird ein erheblicher Imageschaden riskiert – vom Schaden in der Ausbildung ganz zu schweigen. Regierung und Unirat müssen sich fragen lassen, ob solche ebenso plan- wie hilflosen Sparaktionen zu verantworten sind.

Weitere Fragen aus der SP-Landratsfraktion bei der Fragestunde an der kommenden Landratssitzung betreffen die Neupositionierung der Brückenangebote und die Ausbildung der Lehrpersonen in der Sekundarstufe I.

12. Dez 2017